[JENA] Kampf um die Lizenz

  • Nach übereinstimmenden Medienberichten muss der FC Carl Zeiss Jena bis zum 30.06.18 einen Liquiditätsnachweis von 1,55 Millionen EUR erbringen.

    Wie will man diese Lücke schließen?

    Zum Einen kann ein Darlehensbetrag von 750.000 EUR des belgischen Investors abgerufen werden, was der Verein auch tun wird. Der 'Rest' stützt sich einerseits auf bewährte und potenzielle Sponsoren aus der Region, die in den kommenden Tagen und Wochen vermehrt angesprochen werden sollen. Hinzukämen die Einnahmen (ca. 250.000 inkl. Zuschauereinnahmen) aus der 1. Runde des DFB-Pokals, falls man im TFV-Pokalfinale am Pfingstmontag die BSG Wismut Gera besiegt. Geschäftsführer Chris Förster rechnet trotz der in näherer Zukunft ausbleibenden Derbys gegen Erfurt, Magdeburg oder Chemnitz mit wachsenen Zuschauerzahlen, weil z.B. in der kommenden Saison aufgrund der geänderten TV-Rechtesituation deutlich weniger Spiele live im frei empfangbaren Fernsehen zu sehen sein werden. Ebenfalls stehen Spielerverkäufe zur Debatte. Mögliche Transfers von Timmy Thiele, Guillaume Cros und Dennis Slamar machten zuletzt die Runde. Auch wenn ich nicht wirklich daran glaube, dass sich vor allem beim Letztgenannten eine Ablöse erzielen ließe, sollte man die Chance, wenn sie denn kommt, auch wahrnehmen.

  • Tja, ohne belgische Spritzen würde es in Jena genauso düster aussehen wie in Erfurt. Ich mache das eindeutig (auch) an der Thüringer Wirtschaft fest.


    Hier hast du entweder nur kleine regionale Unternehmen, die gerne, aber eben nicht viel Geld sponsern können. Und vorhandene potenzielle Großunternehmen und Konzerne, die wiederum kein Interesse an Sport-Sponsoring vor Ort haben, weil das Geld gen Hauptsitz in die alten Bundesländer fließt.


    Weiter sind größere Thüringer Unternehmen an sonst wen verscherbelt, die früher mal als Sponsor vertreten waren. Born Senf & Feinkost hat sich Develey unter den Nagel gerissen. Warum sollte Develey mit der Marke Born in Erfurt werben, wo hier doch sowieso jeder Born kennt. Die werben lieber in Dresden und Braunschweig (dort zumindest an den Werbebanden entdeckt).


    In Jena kommt dann noch das Stadionproblem hinzu.

  • Sorry Micha aber da der Wirtschaft die Schuld zu geben ist definitiv der falsche Weg.

    Wenn ich als Firmenbesitzer euch nur 2 Jahre beobachtet hätte, dann würde ich alles machen aber bestimmt nicht euch auch noch Geld geben. Man kann doch seit Jahren beobachten dass das Geld gefühlt immer wieder sinnfrei verschwindet. Und mit was ist man zuletzt in den Medien, nicht wirklich mit den positiven Dingen. Welcher normaldenkende Mensch würde da gerne sein Geld liegen lassen?

  • Ganz ehrlich, ich teile F95's Meinung. Als Unternehmer würde ich mein Engagement sowohl bei Jena als auch Erfurt sehr beschränken. An beiden Standorten wird haufenweise Geld verbrannt. Klar, der Sport inkl. Vollprofitum ist extrem teuer geworden. Aber wenn man sich das nicht leisten kann, kann man's nicht leben. Hätte mir ohnehin mal gewünscht, dass einige (Möchtegern-)Profis mal die wahren Seiten des Lebens kennenlernen. Aber die Zeiten, in denen Viertligaspieler wie Andreas Schwesinger, Kais Manai oder Vito Benedetti neben Fußball im Intersport aushelfen oder als Interims-Sportlehrer fungieren, ist leider vorbei. Viele, vor allem junge Spieler, denen eine gute Perspektive vorausgesagt wird, lehnen es mittlerweile partout ab, eine Ausbildung zu machen. Und wenn ich mir ansehe, was für Spieler man in Jena mit einem sehr stattlichen Gehalt ausstattet, verliert man wirklich den Glauben.

  • Carl Zeiss Jena hat die Lizenzauflagen des DFB erfüllt. Der offizielle Bescheid ist Anfang Juni zu erwarten. Der formale Liquiditätsnachweis ist zumindest erbracht. Durch die Transfererlöse der Dietz-Brüder (beide zu Werder Bremen) und ein abgerufenes Darlehen vom Investor konnte die Lücke geschlossen werden. Zudem werden in der kommenden Saison mit 5.800 Zuschauern pro Heimspiel kalkuliert - angesichts der traditionsreichen Vereine m.E. keine Utopie (obwohl Magdeburg, Chemnitz und EF die Liga verlassen). Im letzten Jahr wurde ein Zuschauerschnitt von 5.417 erreicht.

  • Klar fehlen nächste Saison die Spiele gegen Magdeburg (8.200) und Erfurt (9.600). Solche Spiele hoben den Schnitt enorm. Aber was mir gerade sehr gut bei Jena gefällt, ist der Einfallsreichtum, Leute ins Stadion zu locken. Letzte Saison gab nahezu jedem Heimspiel eine gültige Aktion, z.B. als Personen aus diversen Landkreises nur die Hälfte des Eintrittspreises zahlen mussten. Es wird mit Sicherheit auf den Fußball ankommen, der gespielt wird. Vielen träumen in Jena von Zauberfußball. Dabei wird es verdammt schwer, nächste Saison wieder den Klassenerhalt zu packen. Ich sehe sowohl fußballerisch als auch etatmäßig alle anderen Mannschaften vor Jena.

  • und ein abgerufenes Darlehen vom Investor konnte die Lücke geschlossen werden.

    Wenn ich das schon wieder lese, weiß man das die Probleme nächste Saison wieder auftauchen bzw. größer denn je werden.

    24.09.2012 - 08.12.2012
    Danke an Wayne Simmonds (Philadelphia Flyers, 9 Spiele, 4 Tore, 10 Assists), Chris Stewart (St. Louis Blues, 15 Spiele, 6 Tore, 14 Assists) sowie Clarke MacArthur (Toronto Maple Leafs, 8 Spiele, 4 Tore, 6 Assists)


    Bronze WM Tippspiel 2014

  • Seit gestern ist übrigens sicher, dass alle 20 sportlich qualifizierten Drittligisten eine Zulassung für die kommende Drittligasaison erhalten. Wie der DFB mitteilte, erfüllten alle Clubs die geforderten Bedingungen. Der Spielplan dürfte in der ersten Juliwoche, also nach der Bekanntgabe der Spielpläne von 1. und 2. Bundesliga, veröffentlicht werden.

  • Felix

    Hat den Titel des Themas von „Jena kämpft um Lizenz“ zu „[JENA] Kampf um die Lizenz“ geändert.