22. Spieltag 17/18: Bayer Leverkusen - Hertha BSC

  • Aber in der Liga führt es dazu, dass die Hertha für Werder nicht mehr erreichbar ist. Darum geht es mir viel eher. Es gibt Teams, da sind drei Punkte mehr Wert als gegen andere. Das hatte Werder in den letzten Jahren schon oft in prekäre Situationen gebracht. Und die Hertha hat nun den Klassenerhalt, wenn sie sich nicht ganz blöd anstellen, mit Leistungen, die das eigentlich nicht hergeben. Da ist die Hertha irgendwie abgezockter als Werder.

  • Mir gefällt die Spielweise letztlich genauso wenig wie den anderen. Ich könnte wieder einiges kritisieren, was der Mannschaft in anderen Partien um die Ohren geflogen ist. Gestern hat es funktioniert, der Plan ist aufgegangen. Im Prinzip ist es stets derselbe Grundgedanke. Hinten kompakt stehen, das Spiel des Gegners zerstören, bis zum umfallen gegen Ball und Gegner anlaufen und vorne ohne Spielaufbau und einstudierte Angriffszüge überfallartig die wenigen Torchancen effizient ausnutzen. Das will Dardai. Und seine Mannschaft setzt es um, mal besser, mal schlechter. Dementsprechend variieren die gezeigten Leistungen und Ergebnisse im stärkeren Ausmaße. Ich schenke mir mittlerweile Analysen und Gedanken dazu. Lange glaubte ich, Dardai hätte über dieses Grundgerüst hinaus eine Vorstellung vom Spiel. Offenbar hat er das eben nicht. Wir sehen keine offensiven Spielzüge, weil es sie in seinem System scheinbar nicht geben soll.


    Viele Fans wollen unterhalten werden. Sie präferieren aufregenden Offensivfußball. Ich hätte dagegen nichts einzuwenden, erfreue mich an einem gut durchdachten Catenaccio Stil mindestens in ähnlicher Weise. Herausgespielte Tore gehören für mich, egal welche Spielform gewählt wird, einfach dazu. Die Anzahl der Vorstöße ist dabei eigentlich ziemlich egal und steht in Abhängigkeit zur Chancenverwertung. Bei Hertha sind Angriffe Mangelware, Das Spiel ist wenig attraktiv. Es ist eine Herausforderung geworden 90 Minuten durchzuhalten.


    Trotz allem kann ich nicht verstehen, wenn die gestrige Begegnung nur über Glück oder Unvermögen des Gegners gewonnen wurde, wie es der eine oder andere formulierte. Wie viele Torabschlüsse aufs Tor, nicht daneben, hat Hertha produziert? Das ist über 90 Minuten an einer Hand abzuzählen. Dafür benötige ich nicht einmal alle Finger. Die Ausbeute daraus war wiederholt bockstark. In der Chancenverwertung zählt Hertha zu den stärksten Teams der Liga. Anders kann es nicht sein. Seit nunmehr über 2 Jahren ist das so. Nein, das ist kein Glück. Szenen wie vor dem Tor von Kalou werden erzwungen. Darauf lauern die Spieler. Oder der Ball sickert über abenteuerliche Stationen zum Zielspieler durch wie bei Lazaros Tor, darauf setzt man. Für die Gegner ist das schwer zu verteidigen. Was sollen sie überhaupt verteidigen? Das kommt meist aus dem Nichts. Na klar sieht das unschön aus. Das kritisieren wir permanent, insbesondere nach Spielen, in denen es nicht funktionierte. Dann sieht es in der Endabrechnung nicht nur mau sondern absolut nichtssagend aus, um nicht zu sagen dämlich. Irgendwie hat sich daraus die Legende gebildet, sie können es nicht. Aber sie hatten Glück. Ein weiterer Klassiker wäre, der Gegner war heute extrem schwach.


    Das System Dardai hat Schwächen. Sobald eine Komponente vorne oder hinten versagt oder hinterherhinkt, ist die Wahrscheinlichkeit relativ hoch, dass ein Spiel in die Hose geht. Einen zusätzlichen Haken sehe ich im enormen Kräfteverschleiß. Der läuferische Aufwand ist hoch. Das Team läuft quasi 90 Minuten dem Ball hinterher. Er wird nach Balleroberung in Rekordzeit abgegeben. Eine Zeit lang wollte Dardai dem mit Tempoverschleppung und Ballbesitzfußball ohne Raumgewinn entgegenwirken. Ging nicht auf, das war grausam und brachte nix ein. Problem ist, Mehrfachbelastungen sind kaum händelbar. 3x pro Woche ist min. 1x zu viel. Und selbst ohne Englische Wochen ging es keine 34 Spieltage in den zurückliegenden Jahren gut. Irgendwann fehlen Fokussierung und Körner, was weiß ich.

  • Herrlich zur Aufstellung: „Im Prinzip waren es alles Stammspieler, die zum Einsatz gekommen sind. Mit einer Führung wären es einfacher gewesen. Wenn man international dabei sein will, sollten wir solche Spiele in einer englischen Woche für uns entscheiden. Das fehlt uns noch zum absoluten Spitzenteam. Daran müssen wir arbeiten.“

  • Andere nennen das einfach taktisch clever und effizent. Für Schönheit gewinntst du nicht immer den Preis.

    Jeder rechnete doch mit nem Heimsieg vor dem Spiel, da muss man halt auch mehr Körner bei den Leverkusenern drauf packen, geschenkt wird auch in der Bundesliga nichts.

    Ich habe momentan keine Worte, aber ich weiß, das wir uns da oben treffen und zusammen ein Pils trinken. Rip mein bester ;(;(;(

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  • http://www.kicker.de/news/fuss…-fuer-baumgartlinger.html


    Zitat

    Die kaum erwartete Heim-Niederlage gegen Hertha BSC brachte reichlich Frust für die Werkself, während rundum die Jecken zum Karneval am Rhein rüsteten. Mit dem 0:2 rutschte Bayer 04 Leverkusen auf Platz fünf. Überdies brachte die Niederlage für einen Leverkusener Profi ein ganz neues Gefühl.

  • Du hast dich nicht geändert, klasse Analyse. Ganz so schwarz sehe ich das nicht. Man muß auch sehen, das viele junge Spieler spielen, wo nicht alles klappt. Selke war in Leverkusen ein Total Ausfall. Der braucht mal ne Pause.